Planetenbeobachtung im nahen Infrarotbereich |
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Projektleiterin/Autor:
Silvia Kowollik
Seite 1
28.05.2007
Optische Planetenbeobachtung findet
üblicherweise am dunklen Nachthimmel statt. Eine Ausnahme von dieser Regel ist
die Beobachtung im nahen Infrarot zwischen 665 und 1050 nm. Diese kann auch
tagsüber erfolgen. Neben einer längeren Beobachtungsmöglichkeit über das Jahr
verteilt ergeben sich durch die größere Wellenlänge der elektromagnetischen
Strahlung zwei weitere Vorteile: Turbulenzen in der irdischen Atmosphäre
behindern das Auflösungsvermögen im IR nicht so sehr wie im visuellen Bereich
und mit IR kann man tiefer in die Atmosphärenschichten der anderen Planeten
unseres Sonnensystems hineinschauen.
Für eine erfolgreiche Beobachtung im nahen Infrarotbereich mit dem 80 cm Teleskop der Sternwarte erfolgten im Vorfeld der Beobachtung umfangreiche Recherchen und Tests bezüglich:
- der Auswahl geeigneter Filter
- der Auswahl einer Kamera, die in dem geplanten Wellenlängenbereich empfindlich
genug ist, um die Planeten mit genügend Kontrast abzubilden
Nach der Auswahl von Filter und Kamera wurden ab 07.06.2006 erste Tests mit einem 6" Newton f=5 in Okularprojektion durchgeführt. Die Tests dienten zur Überprüfung der theoretischen Vorüberlegungen bezüglich der Kameraempfindlichkeit und den Belichtungszeiten.
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Links von
Jupiter befindet sich der 5.5 mag helle Mond Europa, auf
Jupiter (-2.5 mag) sind neben den Wolkenbändern auch der Große
Rote Fleck und Red Jr. sichtbar sowie rechts von Jupiter der
5.3 mag helle Aufnahme und Bearbeitung mit Giotto 30% Verwendung von 1200 Bildern, Kontrast angepaßt, Seeing : 3-4/10 |
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Rotationsanimation:
Aus 51 Einzelaufnahmen vom 11.06.
bis 14.06.2006,
Schrittweite: 10 Minuten (= 6 °) Aufnahme mit K3CCD-TOOLS (10 f/s) |
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Filtertest 21.06.2006 an einem 6" Newton:
Dieser Test
erfolgte bei sehr schlechtem Seeing mit einem Filterschieber, der an Stelle
des 2. silbernen Abstandsringes des Baader Projektionsadapter Verwendete Filter: |
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Rotationsanimation: Aufgenommen mit 6" Newton und Okularprojektion Aufnahme mit VirtualDub (25 f/s) |
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Die Bildbearbeitung gliederte sich jeweils in 3 Schritte:
- subpixelgenaues Mitteln
- Kontrastanhebung
- Schärfung
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Saturn am 16.2.2007, mit 800 nm Longpassfilter, aufgenommen
mit 8" Newton f/5, Okularprojektion, effektive Brennweite ca. 7,5 Meter,
Videomodul SK 1004-X Durch den Einsatz des 800 nm Durchlassfilter erscheinen die Ringe deutlich heller als die Saturnkugel |
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Saturn am 11.3..2007, mit 665 nm Longpassfilter, aufgenommen mit 8" Newton f/5, Okularprojektion, effektive Brennweite ca. 8 Meter, Videomodul SK 1004-X |
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Jupiter am 19.05.2007 00:32 -00:34 UT Jupiter mit 8" Newton, Okularprojektion f= 8000 mm und 665 nm Longpaßfilter, Aufnahme mit Videomodul SK 1004-X in Originalgröße. 45 % von 3.000 Einzelbildern Aufnahme und Bildbearbeitung mit Giotto 2.12
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Aus der Aufnahme von 00:33 sowie einer weiteren um 01:41 UT wurde mit Hilfe des Programms WINJUPOS diese Karte der Jupiterwolkenformationen erstellt |
Mit IR-Aufnahmen können wesentlich mehr Details als im
visuellen Bereich abgebildet werden. Aus den gewonnenen Bildern lassen sich Kartenprojektionen
erstellen. Aufnahmen von aufeinander folgenden Zeiträumen zeigen
Veränderungen in den Wolkenstrukturen, die sehr gut vermessen werden können.
Diese ersten Tests mit verschiedenen IR-Durchlaßfiltern an Amateurteleskopen mit
15 bzw. 20
cm Spiegeldurchmesser haben gezeigt, daß die Filter die Erwartungen erfüllen.
Die Seeingberuhigung durch den Filtereinsatz ergab bei tiefstehenden Planeten
und am Taghimmel deutlich schärfere Bilder als im visuellen Bereich.
Bei geeigneten
Witterungsverhältnissen werden weitere Tests am 80 cm Spiegelteleskop der
Sternwarte Zollern-Alb in den Monaten Januar bis Juni 2008
durchgeführt.
Ab Herbst 2008 wird Uranus am Nachthimmel zu beobachten sein. Ziel unserer
Beobachtungsreihe wird es dann sein, Wolken in der Atmosphäre des Planeten im
nahen Infrarot zu erfassen.
Weiter zu Aufnahmen mit dem 80 cm Spiegel der Sternwarte Zollern-Alb