Planetenbeobachtung im nahen Infrarotbereich |
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Projektleiterin/Autor:
Silvia Kowollik
Seite 2
Update: 10.05.2008
Optische Planetenbeobachtung findet
üblicherweise am dunklen Nachthimmel statt. Eine Ausnahme von dieser Regel ist
die Beobachtung im nahen Infrarot zwischen 665 und 1050 nm. Diese kann auch
tagsüber erfolgen. Neben einer längeren Beobachtungsmöglichkeit über das Jahr
verteilt ergeben sich durch die größere Wellenlänge der elektromagnetischen
Strahlung zwei weitere Vorteile: Turbulenzen in der irdischen Atmosphäre
behindern das Auflösungsvermögen im IR nicht so sehr wie im visuellen Bereich
und mit IR kann man tiefer in die Atmosphärenschichten der anderen Planeten
unseres Sonnensystems hineinschauen.
Für eine erfolgreiche Beobachtung im nahen Infrarotbereich mit dem 80 cm Teleskop der Sternwarte erfolgten im Vorfeld der Beobachtung umfangreiche Recherchen und Tests bezüglich:
- der Auswahl geeigneter Filter
- der Auswahl einer Kamera, die in dem geplanten Wellenlängenbereich empfindlich
genug ist, um die Planeten mit genügend Kontrast abzubilden
Derzeit stehen folgende Filter zur Verfügung:
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665 nm Longpass von Astronomik, basierend auf Schott RG 665 | |
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800 nm Longpass von B+W # 93 | |
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890 nm Methanbandfilter (Bandpass, FWHM = 12 nm) | |
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Graphik derzeit nicht verfügbar |
1000 nm Longpass von Edmond Optics | |
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Empfindlichkeitskurve DMK
21AF04.AS
Bei der Auswahl der
Kamera wurde darauf geachtet, daß die Kamera einen s/w Chip aufweist,
Kameras mit Farb-Chips sind ungeeignet. |
Nach der Auswahl von Filter und Kamera wurden ab Januar 2008 erste Tests mit einem 665 nm Longpassfilter und dem Methanbandfilter an Planeten durchgeführt. Die Tests dienten zur Überprüfung der theoretischen Vorüberlegungen bezüglich der Kameraempfindlichkeit und den Belichtungszeiten.
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Mars am 23.02.2008 Albedostrukturen auf der Marsoberfläche werden bei 665 nm kontrastreicher als mit den Astronomik CCD Filtern abgebildet. |
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Saturn am 23.02.2008, Aufnahme mit DMK 21 AF04.AS
und 665 nm Longpassfilter, aufgenommen mit 80 cm Spiegel, f/10, |
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Saturn am 19.04.2008, Aufnahme mit Webcam 740 Pro und UV-IR-Cut Filter, aufgenommen mit 80 cm Spiegel, f/10. Der helle Fleck im STrZ in der Nähe des Zentralmeridians ist ein riesiger Wirbelsturm auf Saturn. |
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Saturn am 19.04.2008, Aufnahme mit DMK 21AF04.AS und 665 nm IR-Durchlassfilter, aufgenommen mit 80 cm Spiegel, f/10. Mit 665 nm Filter vor der DMK 21AF04.AS ist der Sturm nicht sichtbar. |
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Die Bildbearbeitung gliederte sich jeweils in 3 Schritte:
- subpixelgenaues Mitteln
- Kontrastanhebung
- Schärfung
Diese ersten Tests mit dem 665 nm IR-Durchlassfilter am 80
cm Spiegelteleskop haben gezeigt, daß der Filter die Erwartungen erfüllt.
Die Seeingberuhigung durch den Filtereinsatz ergab bei tief stehenden Planeten
und am Taghimmel deutlich schärfere Bilder als im visuellen Bereich.
Bei geeigneten
Witterungsverhältnissen werden weitere Tests am 80 cm Spiegelteleskop der
Sternwarte Zollern-Alb
mit anderen IR-Durchlassfiltern
in den Monaten Mai/Juni 2008
durchgeführt.
Ab Herbst 2008 wird Uranus am Nachthimmel zu beobachten sein. Ziel unserer
Beobachtungsreihe wird es dann sein, Wolken in der Atmosphäre des Planeten im
nahen Infrarot zu erfassen.
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