Planetenbeobachtung - erste Bilder vom Jupitereinschlag mit unterschiedlichen Filtern

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Projektleiterin/Autor: Silvia Kowollik
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Update: 03.08.2009


Am 19. Juli 2009 entdeckte der australische Amateur Anthony Wesley in Jupiters Südpolregion eine neue Struktur. Bei 209-216 °W rotierte eine schwarze, ovale Wolke in Sicht. Diese Wolke war in allen visuellen Wellenlängen schwarz, was auf einen Einschlag eines Kometen oder Asteroiden hindeutete. Am 20. Juli wurde aus dem Verdacht Gewissheit. NASA-Astronom Glenn Orton bestätigte mit dem Keck Teleskop auf Hawai im Infraroten Licht die Einschlagstheorie. Heiße Gase vom Einschlagereignis leuchteten hell auf den Bildern an der Position des vermuteten Einschlags. Mit dem Hubble Space Teleskop wurden ebenfalls Bilder aufgenommen, die die Wolke in hoher Auflösung zeigen. 

Anscheinend war unbeobachtet ein Asteroid oder Komet in den Gravitationssog von Jupiter geraten und hat eine rund 5000 km große ovale schwarze Wolke hinterlassen. Der einzige weitere dokumentierte Einschlag auf Jupiter ereignete sich im Jahr 1994, als der Asteroid Schoemaker-Levi 9 Jupiter zu nahe kam und durch die Gravitation in viele Einzelstücke zerbrach, ehe diese dann auf Jupiter stürzten...

In der Nacht von 28/29 Juli erlaubte die Wettersituation erstmalig, Jupiter ausgiebig mit verschiedenen Filtern zu beobachten. Seeing und Durchsicht in dieser Nacht waren mit 5/10 durchschnittlich. Rund 4 Stunden wurde Jupiter beobachtet, dabei wurde fast die gesamte Jupiteroberfläche fotografiert.

Gegen 01:30 Uhr MESZ hatte sich die aufgeheizte Atmosphäre soweit beruhigt, daß ein erstes RGB-Bild von Jupiter gewonnen werden konnte.

Die 3 Farbkanäle wurden mit CCD Grün- und Blau Filter von Astronomik sowie dem 665 nm Filter von Schott für den Rotkanal mit 30 Bildern pro Sekunde aufgenommen.

Das Bild zeigt Jupiter bei ZM = 40 °W (II), in 25 ° Höhe über dem Horizont. Vor der Planetenscheibe erkennt man den orange erscheinenden Jupitermond Io und links davon seinen Schatten als schwarzen Fleck.

Dieses Bild zeigt Jupiter gegen 01:50 MESZ bei ZM = 52 °W (II) in 26 ° Höhe über dem Horizont. 

Io´s Schatten ist bereits verschwunden und Io hat sich deutlich näher an den Planetenrand bewegt. Der Planetenrand ist etwas dunkler, jetzt ist Io deutlicher zu erkennen.

Dieses Bild zeigt Jupiter gegen 02:10 Uhr MESZ bei ZM = 64 °W (II) in 26,8 ° Höhe über dem Horizont.

Der Jupitermond Io steht links vom Planeten und am rechten Bildrand schiebt sich der Große Rote Fleck in Sicht.

Dieses Bild zeigt Jupiter gegen 02:30 Uhr MESZ bei ZM = 76 °W (II) in 27,2 ° Höhe über dem Horizont.

Der Jupitermond Io steht links vom Planeten und am rechten Bildrand schiebt sich der Große Rote Fleck in Sicht. 

Durchziehende Schleierwolken sorgten für unterschiedliche Schärfe und Helligkeit in den einzelnen Farbkanälen, daher ist dieses Bild nicht so scharf wie die vorhergehenden.

 

Dieses Bild zeigt Jupiter gegen 02:50 Uhr MESZ bei ZM = 88 °W (II) in 27,3 ° Höhe über dem Horizont..

Der Jupitermond Io steht links vom Planeten und am rechten Bildrand schiebt sich der Große Rote Fleck in Sicht. 

 

Dieses Bild zeigt Jupiter gegen 03:10 Uhr MESZ bei ZM = 100 °W (II) in 27 °Höhe über dem Horizont.

Der Jupitermond Io steht links vom Planeten und am rechten Bildrand ist der Große Rote Fleck in Sicht. 

Durchziehende Schleierwolken und leichter Hochnebel sorgten für unterschiedliche Schärfe und Helligkeit in den einzelnen Farbkanälen, daher ist dieses Bild nicht so scharf wie die vorhergehenden.

 

Dieses Bild zeigt Jupiter gegen 03:30 Uhr MESZ bei ZM = 112 °W (II) in 26,5 ° Höhe über dem Horizont.

Der Große Rote Fleck ist jetzt nicht mehr perspektivisch verzerrt und zeigt im Zentrum eine dunklere Region - das "Auge" des Wirbelsturms. 

Durchziehende Schleierwolken und leichter Hochnebel sorgten für unterschiedliche Schärfe und Helligkeit in den einzelnen Farbkanälen, daher ist dieses Bild nicht so scharf wie die vorhergehenden.

 

Dieses Bild zeigt Jupiter gegen 03:50 Uhr MESZ bei ZM = 124 °W (II) in 25,6 ° Höhe über dem Horizont.

Der Hochnebel wurde stärker, daher ist dieses Bild farblich etwas anderst gewichtet.

 

Dieses Bild zeigt Jupiter gegen 04:10 Uhr MESZ bei ZM = 136 °W (II) in 24,4 ° Höhe über dem Horizont.

Ein Wolkenband zog während der Aufnahme durch, daher ist dieses Bild farblich etwas anderst gewichtet. Mittlerweile steht Jupiter 24,3° über dem Horizont, was sich zusätzlich zu den Cirren/Hochnebel in der Schärfe ebenfalls negativ auswirkt.

 

Dieses Bild zeigt Jupiter gegen 04:30 Uhr MESZ bei ZM = 148 °W (II).

Die Wolken sind durchgezogen, das Bild ist wieder heller und auch etwas schärfer, obwohl Jupiter nun nur noch 23° über dem Horizont steht.

Der Große Rote Fleck hat den Zentralmeridian passiert, rechts am Planetenrand ist eine winzige Abdunklung zu sehen. Dort erscheint demnächst die Einschlagswolke.

 

     
Dieses Bild zeigt Jupiter gegen 04:50 Uhr MESZ bei ZM = 160 °W (II).

Mittlerweile steht Jupiter nur noch 21° über dem Horizont, dank ruhigem Seeing können jedoch scharfe Bilder gewonnen werden.

Am rechten Planetenrand taucht die Einschlagswolke auf, noch ist sie perspektivisch verzerrt.

 

  Dieses Bild zeigt Jupiter gegen 05:10 Uhr MESZ bei ZM = 172 °W (II).

Mittlerweile steht Jupiter nur noch 19° über dem Horizont, was sich in der Schärfe und dem Kontrast etwas negativ auswirkt.

Die Einschlagswolke ist nun komplett im Gesichtsfeld, allerdings immer noch perspektivisch etwas verzerrt.

 
Dieses Bild zeigt Jupiter gegen 05:30 Uhr MESZ bei ZM = 184 °W (II).

Mittlerweile steht Jupiter nur noch 17° über dem Horizont, was sich in der Schärfe und dem Kontrast zunehmend negativ auswirkt.

     
  Dieses Bild zeigt Jupiter gegen 05:40 Uhr MESZ bei ZM = 190 °W (II).

Mittlerweile steht Jupiter nur noch 16° über dem Horizont, was sich in der Schärfe, Farbe und dem Kontrast zunehmend negativ auswirkt.

Die Einschlagswolke besteht aus einem ovalen, schwarzen Fleck und einer davon ausgehenden hellgrauen Fahne nach links. 

 

 
     

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