Planetenbeobachtung mit Methanbandfilter |
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Projektleiterin/Autor:
Silvia Kowollik
Seite 3
Update 23.06.2008
Am 22.06.2008 erfolgte der nächste Test mit dem Methanbandfilter am 80 cm Spiegelteleskop der Sternwarte und der Kamera DMK 21AF04.AS. Der Himmel war durch den Vollmond stark aufgehellt und das Seeing war leider sehr hochfrequent.
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Zuerst wurde zwischen 01:50 und 01:54 Uhr
MESZ mit einem IR-GB Filtersatz von Astronomik ein Farbbild von Jupiter im
Fokus bei 8 Meter Brennweite erstellt. Erst bei einer Belichtungszeit von
1/1000 Sekunden konnte das hochfrequente Seeing überlistet werden.
Bei dieser kurzen Belichtungszeit ist die Kamera mit Farbfiltern an ihrer Leistungsgrenze. Daher ist das Farbbild stark verrauscht. |
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Mit dem Programm Winjupos wurde eine
Kartenprojektion von Jupiter berechnet. Die Positionen der vier Stürme wurde
im System II vermessen: - GRF:
124° West |
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| Nach den IR-GB Aufnahmen
wurden die Filter im Filterrad gegen einen UV-Filter von Schuler (340 - 400
nm) und den Methanbandfilter (890 nm, FWHM = 12 nm) von Asahi Spectra
ausgetauscht. Dieser Test mit den beiden Filter sollte zeigen, ob alle 3
Wirbelstürme auf Jupiter nachgewiesen werden können. Nur Regionen, die im Methanband hell, im UV dagegen dunkel erscheinen, ragen über die normale Wolkenobergrenze von Jupiter hinaus. |
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Da der Methanbandfilter sehr engbandig ist, schluckt er viel Licht. So wurden 2.000 Einzelbilder mit 1/8 Sekunde Belichtungszeit zwischen 02:14 und 02:23 Uhr MESZ aufgenommen. Im fertig bearbeiteten Bild von Jupiter im Methanband
erkennt man am linken Planetenrand den GRF als großen, hellen Spot. Rechts
oberhalb erkennt man "Red Jr." als weiteren Spot. Auf der selben
jovianischen Breite wie der GRF erkennt man auch den neuen, dritten roten
Fleck. Dieser hat sich erst in den letzten Wochen gebildet und nähert sich
derzeit dem GRF. Er wird vermutlich in wenigen Wochen mit dem GRF
kollidieren. Ob er sich dabei auflöst, oder von GRF abprallt und auf eine
andere Breite abgelenkt wird, ist Gegenstand der derzeitigen
Jupiterbeobachtung. |
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Mit dem Programm Winjupos wurde ebenfalls
eine Kartenprojektion vom Methanband-Jupiter berechnet. Die Positionen der
vier Stürme wurde im System II vermessen: - GRF:
125° West Diese Positionen stimmen innerhalb der Fehlergrenzen sehr gut mit den Positionen im visuellen Bereich überein. |
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Der UV-Filter hat eine größere
Halbwertsbreite - er läßt 4 mal so viel Licht durch wie der
Methanbandfilter. Daher konnten die Aufnahmen mit dem UV-Filter mit 1/30
Sekunde Belichtungszeit getätigt werden. Die Aufnahmen erfolgten zwischen
02:25 und 02:28 Uhr MESZ. In dieser kurzen Zeit dreht sich Jupiter nicht sehr weit, die Details der Wolkenstrukturen sind daher auf dieser Aufnahme wesentlich besser zu erkennen. Der GRF steht am linken Planetenrand, oberhalb ist "Red Jr." zu erkennen. Auch der neue, dritte rote Fleck ist als dunkler Spot rechts vom GRF zu sehen. Der vierte Wirbelsturm rechts vom Zentralmeridian steht an der Position, an der im Methanbandbild ein heller Spot zu erkennen ist.
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Mit dem Programm Winjupos wurde ebenfalls
eine Kartenprojektion vom UV-Jupiter berechnet. Die Positionen der vier
Stürme wurde im System II vermessen: - GRF:
124° West Diese Positionen stimmen innerhalb der Fehlergrenzen ebenfalls sehr gut mit den Positionen im visuellen Bereich überein.
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| Mit diesen beiden Aufnahmen im Methanband und im UV-Licht konnten nicht nur die 3 bekannten Wirbelstürme nachgewießen werden, ein vierter Wirbelsturm wurde zu unserer Überraschung ebenfalls dedektiert! Der Versuch war zu 100 % erfolgreich. | ||
Die Kamera wurde mit dem Filterrad direkt im Sekundär-Fokus des 80 cm Spiegelteleskopes der Sternwarte platziert. Bei Belichtungszeiten unter 1 Sekunde müssen keine Darks aufgenommen werden. Die Bildbearbeitung gliederte sich daher nur in 3 Schritte:
- subpixelgenaues Mitteln
- Kontrastanhebung
- Schärfung
Bei geeigneten
Witterungsverhältnissen werden weitere Tests im Sommer 2008
durchgeführt.
Ab Herbst 2008 wird Uranus am Nachthimmel zu beobachten sein. Ziel unserer
Beobachtungsreihe wird es dann sein, das Ringsystem des Planeten mit dem
Methanbandfilter fotografisch zu erfassen.