Planetenbeobachtung mit Methanbandfilter

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Projektleiterin/Autor: Silvia Kowollik
Seite 4
Update 28.08.2008

Am 27.08.2008 erfolgte der nächste Test mit dem Methanbandfilter am 80 cm Spiegelteleskop der Sternwarte und der Kamera DMK 21AF04.AS.
Der Südhimmel war durch horizontnahe Schleierwolken und leichten Nebel aufgehellt, das Seeing war hochfrequent, aber durchschnittlich bis gut. 

  Zuerst wurde zwischen 22:16 und 22:59 Uhr MESZ mit einem IR-GB Filtersatz von Astronomik mehrere Farbbilder von Jupiter im Fokus bei 8 Metern Brennweite erstellt. Bei einer Belichtungszeit von 1/120 Sekunden konnten die besten Bilder gewonnen werden.

Das Bild auf der linken Seite zeigt Jupiter um 22:59 Uhr MESZ bei CM (II) = 46°W.

Süden ist oben, am rechten Bildrand erkennt man zwischen STeB und STeZ "Red Jr.", der die Begegnung mit dem Großen Roten Fleck im Juli schadlos überstanden hat.

     
Nach den IR-GB Aufnahmen wurden die Filter im Filterrad gegen einen UV-Filter von Schuler (340 - 400 nm) und den Methanbandfilter (890 nm, FWHM = 12 nm) von Asahi Spectra ausgetauscht.

Nur Regionen, die im Methanband hell, im UV dagegen dunkel erscheinen, ragen über die normale Wolkenobergrenze von Jupiter hinaus.
     
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Da der Methanbandfilter sehr engbandig ist, schluckt er viel Licht. Es wurden 360 unterbelichtete Einzelbilder mit 1 Sekunde Belichtungszeit zwischen 22:41 und 22:47 Uhr MESZ aufgenommen. Der milchige Himmel sorgte leider bei diesen Aufnahmen für die schlechte Qualität.

Das Bild auf der linken Seite zeigt Jupiter im Methanbandlicht bei CM (II) = 38°W.

     
  Das Bild auf der linken Seite zeigt Jupiter im UV-Licht bei CM (II) = 42°W.

Der UV-Filter hat eine größere Halbwertsbreite - er läßt 4 mal so viel Licht durch wie der Methanbandfilter. Daher konnten die Aufnahmen mit dem UV-Filter mit 0,5 Sekunden Belichtungszeit getätigt werden. Die Aufnahmen erfolgten zwischen 22:51 und 22:54 Uhr MESZ.

In dieser kurzen Zeit dreht sich Jupiter nicht sehr weit, die Details der Wolkenstrukturen sind daher auf dieser Aufnahme wesentlich besser zu erkennen. "Red Jr." ist als dunkler Fleck am rechten Bildrand zwischen  STeB und STeZ zu erkennen.

     
 

Aus dem Grünkanal des RGB-Bildes und den UV-Aufnahmen (blau) sowie der Methanbandaufnahme (rot) wurde dieses Falschfarbenbild des Jupiters generiert.

Die Ursache für die Zweiteilung von Jupiters Atmosphäre im Methanbandlicht ist bislang nicht geklärt, eventuell verhindern die Verwirbelungen durch den Großen Roten Fleck im südlichen Äquatorband eine gleichmäßige atmosphärische Zusammensetzung.

     

Die Kamera wurde mit dem Filterrad direkt im Sekundär-Fokus des 80 cm Spiegelteleskopes der Sternwarte platziert. Bei Belichtungszeiten bis
zu 1 Sekunde müssen keine Darks aufgenommen werden. Die Bildbearbeitung gliederte sich daher nur in 3 Schritte:

- subpixelgenaues Mitteln
- Kontrastanhebung
- Schärfung

Bei geeigneten Witterungsverhältnissen werden weitere Tests im Herbst 2008 durchgeführt.

Ab Herbst 2008 wird Uranus am Nachthimmel zu beobachten sein. Ziel unserer Beobachtungsreihe wird es dann sein, das Ringsystem des
Planeten mit dem Methanbandfilter fotografisch zu erfassen.

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