Jupiterbeobachtung
mit Videomodul SK 1004-X und 8" Newton


Autor: Kowollik, Silvia
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Das Seeing in dieser Nacht war anfangs durchschnittlich (5/10), verschlechterte sich dann jedoch auf  (3/10) und die Durchsicht war wechselhaft (1-3/5). Schleierwolken sorgten zeitweise für einen kräftigen Hof um Jupiter und erschwerten die Aufnahme.

Am 19.7.2009 entdeckte der australische Amateur Anthony Wesley als erster eine neue Struktur in Jupiters Wolkendecke in der Südpolregion des Gasplaneten. Anscheinend war unbeobachtet ein Asteroid oder Komet in den Gravitationssog von Jupiter geraten und hat eine rund 5000 km große schwarze Wolke hinterlassen. Der einzige weitere dokumentierte Einschlag auf Jupiter ereignete sich im Jahr 1994, als der Asteroid Schoemaker-Levi 9 Jupiter zu nahe kam und durch die Gravitation in viele Einzelstücke zerbrach, ehe diese dann auf Jupiter stürzten...
     

  Jupiter am 27.07.2009 um 3:34 Uhr MESZ:

Der große rote Fleck ist dieses Jahr eher orange denn rot, das SEB links vom Fleck ist sehr ruhig und hat eine farblich sehr gleichmäßige Ausprägung, rechts vom GRF ist das SEB stark verwirbelt.

In der Äquatorzone erkennt man lange, kräftig blaue Fahnen und das NEB ist extrem gestört. Gut zu erkennen sind zwei ausgeprägte Rifts, die ihren Ursprung  jeweils am Fußpunkt einer Fahne haben und das NEB ca. 90 Grad wagrecht in 2 Hälften teilen. Das weiße Oval in den südlichen Tropen teilt das nachfolgende Band ebenfalls in 2 Hälften und in den Nördlichen Tropen folgt auf die dunkelbraune bandartige Struktur ebenfalls eine Zweiteilung mit anschließenden Verwirbelungen. Die Einschlagstelle ist rechts oben auf dem Jupiterbild als längliche dunkle Wolke zu sehen. 

   
  Zum Vergleich ein Bild von Jupiter am 3. 7.2009, welches annähernd die selbe Region zeigt. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Einschlag noch nicht ereignet. 
   
  Jupiter am 27.07.2009 um 5:10 Uhr MESZ:

Am rechten Planetenrand erkennt man den Schatten des Jupitermondes Io und dicht am Planeten den Mond Io. Die Farbaufnahme setzt sich aus 3 hintereinander aufgenommenen Schwarzweisbildern mit Farbfiltern zusammen, durch die rasche Bewegung von Io kann man den Mond farblich nicht zur Deckung bringen. 

Links oben auf Jupiter erkennt man die Einschlagsstelle als dunklen Fleck, jetzt ist sie nicht mehr perspektivisch verzerrt. Diese Struktur wird voraussichtlich mehrere Monate sichtbar sein, ehe sie sich mit den Wolken vermischt.

   
   

Aus den beiden obigen Aufnahmen vom 27.7.09 entstand diese Karte von Jupiter. Sie zeigt rund 200 Grad der Wolkenformationen auf Jupiter.

Die Einschlagsstelle befindet sich bei 210 Grad West jovianischer Länge und wird durch die schnelle Rotation des Planeten vom Jetstream in den nächsten Wochen die Länge gezogen werden.

Die Einschlagswolken von Shoemaker-Levi 9 konnten 1994 über mehrere Monate hinweg von der Erde aus beobachtet werden.