Jupiterbeobachtung
mit DMK 21AF04.AS und 8" Newton


Autor: Kowollik, Silvia
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Der 19. August 2009 war ein extrem heißer Tag. Keine Wolke stand am tiefblauen Himmel, kein Windhauch sorgte für Abkühlung. Entsprechend stark hat sich alles während des Tages aufgeheizt und das Seeing zu Beginn der Beobachtung der Mondereignisse um 23:45 Uhr MESZ war mit 3/10 sehr schlecht. Die Durchsicht lag bei 7/10. Erst gegen 1:45 Uhr MESZ wurde die Durchsicht besser.  

Alle Aufnahmen mit DMK 21AF04.AS, GB Filter von Astronomik und 665 nm Filter von Schott für den Rotkanal. 10 % von jeweils 900 Bildern wurden verwendet, bei Gain 950 und einer Belichtungszeit von 1/30 Sekunde und 30 fps. Aufnahme und Bearbeitung mit Giotto 2.12. 

     

 
"Dancing Moons",
Animation aus 12 Einzelbildern:

Bewegung der Jupitermonde in der Nacht vom 19. auf 
den 20. August 2009, 23:45 - 02:15 Uhr MESZ:

ZM: 44,4 °W - 135,0 °W (II), 48.90" Durchmesser

   
  Unterschiedliche Wellenlängen werden durch die Turbulenzen in unserer Atmosphäre unterschiedlich beeinflußt. 
Von Blau über Grün zu Rot und nahem IR (hier der 665 nm Filter von Schott) wirken sich die Turbulenzen immer schwächer aus. Daher zeigt das Bild mit dem 665 nm Filter die meisten Details. Für die obige Rotationssequenz wurden alle Bilder mit diesem Filter aufgenommen. 
Nur der 665 nm Filter zeigt auch bei unterdurchschnittlichem Seeing Europa vor dem hellen Hintergrund der Äquatorzone.
   

  Jupiter um 2:00 Uhr MESZ in Originalgröße bei f= 32,
Kombination aus IR, G und B.

Der rote Spot links von Jupiter ist der Mond Io, vor der Jupiterscheibe stehen Ganymed, sein Schatten, Europa und Europas Schatten.

   

  Jupiter um 2:15 Uhr MESZ in Originalgröße bei f=32, Kombination aus IR, G und B.

Am linken Planetenrand verschwindet der Jupitermond Io bereits zu 2/3 hinter dem Planeten, vor der Jupiterscheibe steht der Mond Ganymed links unterhalb des Großen Roten Flecks, rechts davon ist sein Schatten zu sehen. Weiter rechts im Äquatorband ist der Mond Europa als kleiner rosa Fleck zu sehen, daran anschließend der Schatten von Europa. 

   
Jupiter kulminierte in dieser Nacht um 1:06 Uhr MESZ und erreichte dabei eine Höhe von 25,7 ° über dem Horizont. Nach den Aufnahmen um 2:15 Uhr MESZ mußte das Teleskop umgeschlagen und der Newton in den Rohrschellen um 180 ° gedreht werden, damit  weiter beobachtet werden konnte.   

  Jupiter um 2:45 Uhr MESZ, das Seeing 100 Minuten nach der Kulmination war überraschend gut, selbst im Blaukanal konnte der Jupitermond Europa erkannt werden. Leider wurde durch einen Bedienungsfehler kein IR-Kanal aufgenommen, ein Farbbild konnte nicht erstellt werden... 
     
  Jupiter um 3:02 Uhr MESZ, das Seeing war immer noch gut, selbst im Blaukanal konnte der Jupitermond Europa erkannt werden. Leider wurde durch einen Bedienungsfehler kein IR-Kanal aufgenommen, ein Farbbild konnte nicht erstellt werden... 
     
  Jupiter um 3:16 Uhr MESZ, das Seeing wurde schlechter, Details waren mit 665 nm am deutlichsten sichtbar...
     
    Jupiter um 3:30 Uhr MESZ, ZM = 180 ° W, nur noch 18,4 ° über dem Horizont 

Das Einschlagsgebiet ist mittlerweile komplett in das Gesichtsfeld rotiert, durch horizontbedingtes schlechtes Seeing ist der Kontrast im Farbbild jedoch nur schwach und die stark in die Länge gezogene Wolke kann leicht übersehen werden.

 
 
  Jupiter um 3:32 Uhr MESZ, erst bei starker Kontrastanhebung im Blaukanal ist noch eine schwache Spur der Einschlagswolke zu erkennen. 
 
  Jupiter um 3:45 Uhr MESZ mit 665 nm Filter, Jupiter nur noch 16,6 ° über dem Horizont.
 
  Jupiter um 4:00 Uhr MESZ mit 665 nm Filter, Jupiter nur noch 15 ° über dem Horizont.