Jupiterbeobachtung 

Autor: Kowollik, Silvia
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Mein Balkon ist nach Westen orientiert, die Südseite ist zur Hälfte durch eine Wand verbaut. Das Gesichtsfeld nach Süden beginnt bei Azimut 150 °, das Balkongeländer begrenzt anschließend bei Azimut 220 ° die Bewegung des Teleskops. 

Mit diesem Beobachtungsfenster kann ich  Jupiter nur +/- 2 Stunden um den Kulminationszeitpunkt aufnehmen. Meine Montierung beherrscht zwar Goto, aber die sehr beengten räumlichen Verhältnisse auf meinem Balkon verhindern leider diesen Technikeinsatz. In der kalten Jahreszeit steht Jupiter zwischen 150 und 185 ° Azimut leider über  den Heizungskaminen der Nachbarhäuser und durch die aufsteigende, warme Luft ergeben sich erhebliche Seeingbeeinträchtigungen, so daß erst ab Azimut 185 Aufnahmen scharf werden.

Als Aufnahmekamera verwende ich derzeit eine DMK 31AF03.AS, zur Brennweiterverlängerung meines 8" Newton f=5 verwende ich einen Projektionsadapter von Baader, das Projektionsokular ist ein 12,5 mm Plössel. Im Filterrad sitzen CCD-Farbfilter von Astronomik. Pro Farbkanal nehme ich 450 Bilder mit 15 f/s auf, Aufnahme und Bildbearbeitung mit Giotto 2.21.

Am 2. November waren Seeing und Durchsicht unterdurchschnittlich (3-4/10), Cirren und vereinzelte Hochnebelfelder sowie leichter Wind erschwerten die Aufnahmen. 

   
  Jupiter am 2.11.2010 um 20:53:02 Uhr MEZ: 

CM: 181,8 ° W (II), scheinbarer Durchmesser: 46,75 Bogensekunden, Jupiter 37 ° über dem Horizont bei Azimut 173. 10 % der Bilder pro Farbkanal verwendet.

Der Jupitermond Io erscheint als kontrastschwacher orange-brauner Fleck an der äquatorseitigen Begrenzung des SEB vor der Jupiterscheibe rechts vom Zentralmeridian.

  Jupiter am 2.11.2010 um 21:28:01 Uhr MEZ: 

CM: 203° W (II), scheinbarer Durchmesser: 46,75 Bogensekunden, Jupiter 37,2 ° über dem Horizont bei Azimut 184. 10 % der Bilder pro Farbkanal verwendet.

Der Jupitermond Io steht jetzt im Zentralmeridian, sein Schatten steht leicht nach oben versetzt am rechten Planetenrand.