Merkurtransit am 07. Mai 2003
Autor: Kowollik, Silvia
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Um lokal unterschiedliche Wetterprobleme zu umgehen, wurde der Transit von mehreren Beobachtungsstationen verfolgt. Hier die Ergebnisse vom Gelände der zukünftigen Sternwarte Zollern-Alb.
 

 

Bei der Ankunft der ersten Mitarbeiter gegen 3 Uhr 30 herrschte dichter Nebel, und ringsum waren starke Aufhellungen durch die Lichter der umliegenden Gemeinden und einzelner Häuser zu sehen. Trotz dieser widrigen Umstände bauten wir unsere Instrumente auf und versuchten an Hand eines mitgebrachten Kompasses einigermaßen die Teleskope nach Norden auszurichten. Um Schutz vor eventuellem Regen zu gewähren, bauten wir auch ein Zelt auf.

 
         
  Es wurde immer kälter und feuchter, daher packten wir unsere Instrumente wetterfest ein und zogen die nächste Schicht Kleidung an...  
         
  Es wurde heller, aber der Hochnebel blieb. Links im Bild - da sollte in 100 Minuten die Sonne aufgehen. Aber nix war zu sehen von unserem Muttergestirn...

Rechts im Bild - die eingepackten Instrumente. Immer noch Nebel. Mit dem ausfallenden Kondenswasser fiel auch unsere Laune...

 
         
  Der nächste Mitarbeiter trudelte ein. Auch er brachte kein besseres Wetter mit...

Per Handy erreicht uns die Mitteilung, daß Station 1 prima Wetter hatte. Schön, also konnte wenigstens von dort aus etwas gesehen werden.

Die empfindliche Technik (Videorecorder, Kameras, Bildschirme, Laptops)  hatten wir mittlerweile in der trockensten Ecke des Zeltes deponiert...
 
         
  Noch ein Instrument wurde im Nebel aufgebaut und per Kompaß in die ungefähre Richtung eingenordet...

Dann kamen die ersten Schüler unserer Jugendgruppe. Leider konnten wir ihnen nur auf dem Papier zeigen, was sie eigentlich live am Teleskop hätten verfolgen sollen. Da sie zu Beginn der 2. Stunde wieder in der Schule sein mußten, verfolgten sie den weiteren Verlauf des Transits in den Schulpausen und nach Schulende im Schulhof des Progymnasiums in Rosenfeld.
 
         
  10 Uhr 30, der Himmel wurde zunehmend heller, es ließen sich Strukturen in der Wolkendecke erkennen und ab und an war ein Stück blauer Himmel zu erahnen. Also baute Heinrich seinen Projektionsschirm auf und kurz darauf wurde die blasse Sonnenscheibe hinter den Wolkenschleiern sichtbar. Aufregung breitet sich aus und alles stürmte zu den Instrumenten...  
         
  Endlich, auf dem Schirm tat sich was! Jetzt wurde noch die Schärfe geregelt und dann konnte der Transit verfolgt werden.

Ein großer Sonnenfleck stand etwas rechts oberhalb der Sonnenmitte, weitere Flecken erkannte man am südwestlichen Sonnenrand und im Nordwesten stand ganz ruhig ein tiefschwarzer, runder Punkt: Merkur!

Die Spannung fiel bei den Beobachtern ab und ganz entspannt verfolgen wir, wie sich Merkur über die Sonnenscheibe bewegte. Ab und an schoben sich dichtere Wolken vor die Sonne und das Bild wurde dunkel.

Dramatisch schaute es aus, wenn feine Zirren vor der Sonne vorbeizogen...
 
         
  Der Wind war immer noch heftig, unser Zelt ratterte und bauschte sich in der frischen Briese. Es wurde sehr warm und wir entledigten uns diverser Kleidungsschichten.  
         
  Nachdem Merkur visuell ein echter Genuß war, bauten wir unsere Instrumente um und versuchten es mit verschiedenen Aufnahmemethoden.

Auf Ulis Diafilm war tatsächlich nach der Entwicklung Merkur als winziger schwarzer Fleck am Sonnenrand drauf.
 
         
  Die Schleierbewölkung und die Zirren machten große Probleme bei Aufnahmen mit der Webcam, zusätzlich war die Umgebungshelligkeit so stark, daß das Scharfstellen am Laptop eine echte Herausforderung war. Aber auch mit Webcam an Sucher (260 mm Brennweite) gelangen in guten Augenblicken ein paar schöne Bilder...

Bei der Russentonne streikte leider die Technik. Ich konnte wegen dem schlechten Seeing die 2. Webcam und die Videokamera nicht scharf stellen. Also beobachtete ich visuell.
 
         
Beim dritten Kontakt gab es nur ganz kurze Abweichungen (1-2 Sekunden) bei den Beobachtern, aber den 4. Kontakt sahen wir mit bis zu 12 Sekunden Verzögerung je nach Instrument und Beobachtungsmethode (Projektion, visuell, Webcambild)
         
 

Links:

11:35 Uhr - ein ruhiger Moment, 200 Webcambilder gemittelt, leicht geschärft und kontrastbearbeitet

 

Rechts:

12:13 Uhr - ein ruhiger Moment, 200 Webcambilder gemittelt, leicht geschärft und kontrastbearbeitet

 
         
 

Links:

12.27 Uhr - noch ein ruhiger Moment fast ohne Zirren, ebenfalls 200 Webcambilder gemittelt, leicht geschärft und kontrastbearbeitet. Merkur war nur noch zur Hälfte am Sonnenrand sichtbar.

Rechts:

Animation aus einigen Webcambildern