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Bei der Ankunft der ersten
Mitarbeiter gegen 22 Uhr am 7. Juni herrschte klarer Himmel. Die
Milchstraße wölbte sich wie eine langgestreckte Wolke über den
gesamten Himmel und die Sterne funkelten uns an. Schnell wurden die
mitgebrachten Instrumente aufgebaut und eingenordet, dann wurde bis
zum Mondaufgang beobachtet. Bei Sonnenaufgang zeigte sich zu unserer
großen Erleichterung keine
einzige Wolke. |
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Gegen 6 Uhr kamen
weitere Mitarbeiter der Sternwarte Zollern-Alb und bauten ihre
Instrumente auf. 30 Minuten später erschienen die ersten Mitglieder
der Astro-AG des Progymnasiums, um den Eintritt der Venus zu
beobachten und mit einer Webcam am Teleskop zu dokumentieren. Aus den
gemessenen Kontaktzeiten soll in Zusammenarbeit mit einer deutschen
Schule in Johannesburg die Entfernung Erde - Sonne berechnet werden. |
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Links: Schnell
warfen die Kinder noch ein Blick auf die tief stehende Sonne, dann
wurde der Laptop an die Webcam angeschlossen und alles für die
Aufnahmen vorbereitet.
Rechts: Sabrina zeigt auf die Webcam der
Astro-AG, die an einem 200 mm Teleobjektiv Huckepack auf dem Teleskop
sitzt. Mit der werden die Aufnahmen für die Zeitmessungen der Astro-AG
gemacht. |
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Damit man auf dem
Bildschirm auch im grellen Sonnenlicht etwas erkennen konnte, nahmen
die Kinder den Laptop im Container in Betrieb. Dort war es auch
angenehm kühl, während es draußen immer wärmer wurde.
Die 2. Webcam steckte im Hauptrohr (4 Zoll
Durchmesser, 500 mm Brennweite), der 2. Laptop fand seinen Platz unter
dem Sonnenschirm in einer selbstgebauten Schattenbox auf dem
Campingtisch. Das war nicht so komfortabel wie im Container, aber
dafür sehr mobil einsetzbar. |
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Mit Fernrohren und
Ferngläsern rückten wir der Sonne zu Leibe. Bald tauchten erste
Besucher auf und bestaunten unser Muttergestirn. Pünktlich zum
vorausberechneten Zeitpunkt berührte Venus den Rand der Sonne. 20
Minuten später konnte sie mit dem blosen Auge und einer
Sonnenfinsternisbrille als kleiner, pechschwarzer Punkt auf der
Sonnenscheibe gesehen werden. |
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Links: 07:29:15 Uhr
MESZ, Venus knapp zur Hälfte vor der Sonnenscheibe sichtbar.
Rechts:07:40:40 Uhr MESZ, Venus ganz vor der
Sonnenscheibe, leichte Tropfenform.
Einzelbilder der Webcam bei 500 mm Brennweite
und 1/10.000 Sekunden Belichtungszeit, Filter: Baaderfolie |
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Links: Die
Nachführung für das Teleskop mit den beiden Webcams wurde live am
Bildschirm kontrolliert.
Rechts: Per Fernbedienung konnte das Teleskop so
bewegt werden, daß die ganze Sonne auf dem Bildschirm der Kinder im
Container auftauchte. |
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Links: Fast
fleckenlos präsentierte sich unter tiefblauem Himmel und Temperaturen
um 30 ° C unsere Sonne.
Lediglich unterhalb der Sonnenmitte standen 4
winzige Sonnenflecken. Aufnahme mit EOS 300 bei 1/4.000 Sekunden
Belichtungszeit am Mewlon 180 von Takahashi (2160 mm Brennweite,
Filter: Mylar ND 4.5).Rechts:
So sah der Satellit Soho die Sonne. |
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Unsere jüngsten
Besucher waren Kinder einer Leidringer Grundschule. Begeistert
verfolgten sie den schwarzen Punkt vor der Sonne und stellten viele
Fragen. Souverän betreuten die Mitglieder der Astro-AG die
Schulklasse. Mittlerweile war es in der Sonne sehr warm und
mitgebrachte Regenschirme wurden kurzerhand zu Sonnenschirmen
umfunktioniert. |
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Auch mit chemischem
Film gelangen eindrucksvolle Bilder unseres Nachbarplaneten vor der
Sonne am Takahashi. |
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Die schwarze Venus konnte auch
mit blosem Auge
von fast allen Besuchern durch eine mitgebrachte
Sonnenfinsternisbrille gesehen werden. |
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Sonne im Fernglas |
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Visuell gemessenen Kontaktzeiten:
07-20-22 1. Kontakt
07-35-00 leuchtender Ring - Atmosphäre!
07-39-28 2. Kontakt
13-03-33 Tropfen
13-04-04 3.Kontakt
13-06-33 leuchtender Ring - Atmosphäre!
13-22-56 4. Kontakt |
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Lomonossov-Effekt |
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Mit der Canon 300 D
wurde um 13:10:56 der leuchtende Ring um Venus teilweise abgebildet.
Dieser Ring wurde als Lomonossov-Effekt in der Literatur erwähnt, aber
ich hatte nicht erwartet, ihn so deutlich zu sehen oder gar zu
fotografieren. Aufnahmeinstrument: Mewlon 180 von Takahashi (2160 mm Brennweite,
Filter: Mylar ND 4.5). Belichtungszeit: 1/320 Sekunden
Links: unbearbeiteter Ausschnitt aus dem Originalbild
Rechts: Graustufenbild, Kontrast nicht verändert |
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Lomonossov-Effekt |
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Webcamergebnisse: |
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1. Kontakt:
Auf diesem unbearbeiteten Einzelbild ist zum ersten
Mal eine deutliche Einbuchtung am Sonnenrand zu sehen. Bei stärkerer
Vergrößerung wäre der 1. Kontakt sicher früher zu sehen gewesen, aber
bei 500 mm Brennweite war leider nicht mehr zu machen... |
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2. Kontakt:
Ebenfalls ein unbearbeitetes Einzelbild, hier ist
die Venusscheibe definitiv vom Sonnenrand gelöst. Die vorhergehenden
Bilder sind wegen Seeing leider unscharf. |
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Animation des 2. Kontaktes
Animation ist ca. 135 kB groß! |
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Tropfenphänomen?
In der Literatur wurden mehrmals Tropfenphänomene erwähnt, daher wurde
der Eintritt bis 2 Minuten nach dem 2. Kontakt durchgehend gefilmt.
Ein ausgeprägter Tropfen konnte jedoch auf den Bildern nicht entdeckt werden.
Bei hoher Vergrößerung der einzelnen Bilder
erkennt man jedoch, daß die Überstrahlung des Sonnenrandes nach dem 2.
Kontakt radial zur Venusscheibe hin abnahm. Dies ergab eine scheinbare
Einbuchtung des Sonnenrandes in Richtung Venus. Bei falscher
Fokussierung des Teleskopes oder sehr schlechtem Seeing konnte daraus
für das Auge der Eindruck eines Tropfens entstehen. |
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